Taupunkt und Klimawerte bei der Ausführung von Brandschutzbeschichtungen
Taupunkt und Klimawerte bei Brandschutzbeschichtungen: bei der Brandschutzbeschichtung von Stahlbauteilen müssen die Zulassungsdokumente und technischen Datenblätter unbedingt beachtet werden. Fehler bei der Ausführung können bei der Applikation von Brandschutzbeschichtungen fatale Folgen haben. Neben der Ermittlung der entsprechenden U/A Werte und der Einhaltung von Nass- und Trockenschichtdicken müssen die Klimawerte während der Applikation unbedingt kontrolliert und überwacht werden. Relative Luftfeuchte, Lufttemperatur, Oberflächentemperatur und Taupunkt sind Klimaparamater, die das Ergebnis von Brandschutzbeschichtungen wesentlichen beeinflussen.
Während des Beschichtungsprozesses darf die relative Luftfeuchte einen Grenzwert von 80% nicht überschreiten. Die Lufttemperatur und Oberflächentemperatur darf während des Beschichtungsvorgangs laut den technischen Datenblättern in der Regel nicht unter +5° C liegen und sollte eine Obergrenze von 35°C (Oberflächentemperatur) nicht überschreiten. Bitte beachten Sie, dass die angegebenen Werte absolute Grenzwerte darstellen. Von diesen Werten sollte unbedingt Abstand gehalten werden, da die Beschichtung ansonsten mit relativer Wahrscheinlichkeit beschädigt wird.
Was ist der Taupunkt und wieso muss dieser beachtet werden?
Neben der Stahl- und Oberflächentemperatur ist zwingend der Taupunkt zu ermitteln. Dieser Wert gibt an, bei welcher Temperatur die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Erreicht die Oberflächentemperatur des zu beschichtenden Stahlbauteils den Taupunkt, tritt Kondensat auf und es kommt zwangsläufig zu Haftungsproblemen. Um Kondensat auf der Oberfläche zu vermeiden, muss die Stahltemperatur (Oberflächentemperatur) während der Beschichtung mindestens 3° C über dem ermittelten Taupunkt liegen. Entsprechende Hinweise finden sich in den technischen Datenblätter der Beschichtungssysteme. Einige dämmschichtbildenden Brandschutzbeschichtungen fordern sogar noch höhere Differenzwerte. So muss die Oberflächentemperatur bei Stahlbauteilen in den Datenblättern der Brandschutzbeschichtung Hensotherm 421 KS mindestens 5° C über dem Taupunkt liegen.
Um den Taupunkt zu ermitteln gibt es Tabellen die in Abhängigkeit der Lufttemperatur und relativen Luftfeuchte den Taupunkt benennen. Relative Luftfeuchte, Lufttemperatur und Stahltemperatur müssen in jedem Fall gemessen werden.
Elektronische Taupunktmessgeräte

Durch den Einsatz von elektronischen Taupunktmessgeräten werden sämtliche Klimaparameter in nur einem Gerät erfasst. Taupunktmessgeräte wie das Elcometer 319 messen die relative Luftfeuchte, Oberflächentemperatur und Lufttemperatur. Sie berechnen vollautomatisch den Taupunkt und geben den Differenzwert zwischen Oberflächentemperatur und ermitteltem Taupunkt an. Das Taupunktmessgerät Elcometer 319 gibt zusätzlich bei Erreichen von festgelegten Grenzwerten ein akustisches und optisches Signal ab. Der Benutzer wird also darauf aufmerksam gemacht, sobald die relative Luftfeuchte über 80% ansteigt oder wenn die Stahltemperatur unter den Grenzwert von 3° C oder 5° C absinkt.
Wir wissen, wie wichtig die Einhaltung der Klimaparameter ist und möchten Ihnen Probleme bei der Haftung und Ausführung dämmschichtbildenden Brandschutzbeschichtungen ersparen. Achten Sie bei einer Ausführung von Brandschutzbeschichtungen und Korrosionsschutzbeschichtungen auf die angegebenen Temperaturgrenzen und Klimawerte, die in den technischen Datenblättern der Beschichtungsprodukte gefordert werden. Die Überwachung von Klimaparametern wie relative Luftfeuchte, Lufttemperatur, Oberflächentemperatur und Taupunkt sind nicht nur bei der Applikation von Brandschutzbeschichtungen, sondern auch bei allen anderen Beschichtungen im Stahlbau extrem wichtig. Eine Einhaltung und Dokumentation wird beispielsweise bei Ausführungen von Korrosionsschutzprodukten nach ZTV-ING vorgeschrieben und ist für die Beschichtungsqualität und die Haftung auf der Stahloberfläche von wesentlicher Bedeutung. Nachfolgend stellen wir Ihnen das Taupunktmessgerät Elcometer 319 in der S Variante in einem kurzen Video vor. Wir haben diese Geräte seit vielen Jahren im Einsatz.
FAQ – Taupunkt und Klimawerte bei der Ausführung von Brandschutzbeschichtungen
Brandschutzbeschichtungen reagieren empfindlich auf zu hohe Luftfeuchtigkeit, falsche Temperaturen und Tauwasser, was zu Haftungsstörungen, Blasenbildung oder Rissbildung führen kann. Fehlerhafte Klimabedingungen gefährden im Extremfall die Dauerhaftigkeit der Beschichtung und damit den geforderten Feuerwiderstand des Bauteils.
Die relative Luftfeuchte darf während der Beschichtung in der Regel 80% nicht überschreiten; höhere Werte erhöhen das Risiko von Kondensat und Trocknungsstörungen. Material‑, Luft‑ und Oberflächentemperatur dürfen meist nicht unter +5 °C liegen, viele Systeme empfehlen klar darüber liegende Arbeitstemperaturen und nennen oft eine Obergrenze der Oberflächentemperatur von ca. 30–35 °C.
Gelten diese Werte verbindlich für alle Systeme?
– Nein, maßgeblich sind immer die technischen Datenblätter und Zulassungsunterlagen des konkreten Brandschutzsystems, die produktbezogene Grenzwerte und Messpflichten vorgeben.
– Die dort genannten Grenzwerte sind absolute Maximal‑ bzw. Minimalwerte; in der Praxis sollte man mit Sicherheitsabstand darunter bzw. darüber bleiben.
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist und Wasserdampf als Kondensat auf Oberflächen ausfällt. Liegt die Oberflächentemperatur eines Stahlbauteils auf oder unter dem Taupunkt, bildet sich Tauwasser, das die Haftung der Brandschutzbeschichtung massiv beeinträchtigt.
Kondensatfilme zwischen Untergrund und Beschichtung oder zwischen Beschichtungslagen führen zu schlechter Haftfestigkeit, Blasenbildung, Abplatzungen und Korrosionsschäden. Solche Schäden können erst später sichtbar werden, gefährden dann aber die Schutzwirkung und führen häufig zu kostspieligen Sanierungen.
Übliche Vorgabe: Die Oberflächentemperatur des Stahls muss mindestens 3 °C über dem berechneten Taupunkt liegen. Einige Brandschutzsysteme fordern strengere Kriterien, z.B. mindestens 5 °C Abstand zwischen Oberflächentemperatur und Taupunkt.
Wo finde ich den geforderten Abstand für mein System?
– Der exakte Temperaturabstand (z.B. +3 °C oder +5 °C) ist im technischen Merkblatt bzw. Datenblatt des Brandschutzbeschichtungssystems angegeben.
– Diese Vorgaben sind Bestandteil der Zulassung; Verstöße können die Konformität der Ausführung in Frage stellen.
Der Taupunkt ergibt sich aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte; aus diesen Werten wird er per Tabelle, Nomogramm oder elektronisch berechnet. Zusätzlich wird die Oberflächentemperatur des Stahls gemessen, um den Temperaturabstand zum Taupunkt zu bestimmen.
Beschichten bei hoher Luftfeuchte nahe 80% ohne ausreichenden Sicherheitsabstand oder bei Oberflächentemperaturen knapp über dem Taupunkt. Fehlende oder sporadische Klimamessungen, unzureichende Dokumentation und Missachtung der systembezogenen Datenblätter.
Wie lassen sich Probleme vermeiden?
– Arbeiten konsequent an die Vorgaben des Beschichtungsherstellers anpassen, Taupunktabstand mit Reserve einhalten und Klimawerte kontinuierlich überwachen.
– Bei kritischen Klimabedingungen (z.B. in unbeheizten Hallen, Brücken, Tiefgaragen) ergänzende Maßnahmen wie Beheizung, Entfeuchtung oder zeitliche Verlagerung der Arbeiten einplanen.
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